Nachruf von Herbert Tomaschek
Früh zeigte sich seine Liebe zur Musik, sie wurde zum roten Faden seines Lebens. Seit 1974 wirkte er ununterbrochen als Kirchenmusiker, Organist und Chorleiter. Über Jahrzehnte prägte er Chöre, Konzerte und kirchliche Feiern in der Obersteiermark mit Kompetenz, Hingabe und spürbarer Freude an der Liturgie. Musik war für ihn nie bloß Klang, sondern Ausdruck von Gemeinschaft, Spiritualität und gelebtem Glauben.
Dieser Glaube trug ihn durch sein Leben. Seit seinem 40. Lebensjahr wurde in ihm der Gedanke, Priester zu werden, zunehmend präsent.
Sein musikalisches Wirken war ebenso breit wie tief: als Gesangslehrer, Chorleiter zahlreicher Ensembles, als Landeschorleiter des Österreichischen Arbeitersängerbundes Steiermark und als engagierter Vermittler von Musiktheorie und Chorkultur. Viele verdanken ihm prägende musikalische Erfahrungen und die Begeisterung für das gemeinsame Singen.
Neben der Musik zeichnete ihn eine außergewöhnliche Intelligenz und große geistige Neugier aus. Als leidenschaftlicher Leser und Denker fand er im Bachelorstudium der Grundlagen theologischer Wissenschaften, das er ab 2022 aufnahm, eine neue geistige Heimat. Besonders Liturgie und Kirchengeschichte lagen ihm am Herzen.
Im Priesterseminar, in das er im September 2022 eintrat, erlebte Herbert Tomaschek Gemeinschaft als große Bereicherung. Die Seminargemeinschaft erlebte ihn als geschätzten Mitbruder: präsent, klug und von feinem Humor. Einer, der zuhören konnte und mit einem treffenden Gedanken oder einem musikalischen Impuls den Raum heller machte.
Herbert Tomaschek hinterlässt Spuren in der Kirchenmusik, in Chören, in der Diözese Graz-Seckau und in den Herzen vieler Menschen, die mit ihm gesungen, gearbeitet, gelernt und geglaubt haben. Sein Leben hatte die Qualität einer tragenden Bassstimme: ruhig, verlässlich, von tiefer Resonanz.
Im Namen der Seminargemeinschaft und aller Mitarbeitenden des Grazer Priesterseminars danken wir Herbert von Herzen für die Art, wie er da war, zugehört und unsere Gemeinschaft mitgeprägt hat. Möge Gott all das Gute, das durch unseren Mitbruder Herbert entstanden ist, in uns lebendig halten.
Regens Thorsten Schreiber